|
Im heutigen Beitrag wollen wir das Thema Fremdwährungsdarlehen näher beleuchten. Auf der Suche nach günstigem Baugeld im Internet stößt man zwangsläufig auf Anbieter, die mit ultra-günstigen Zinssätzen werden. Wie das möglich ist? Fremdwährungsdarlehen - meist in Schweizer Franken! Aber wie funktioniert das? Fremdwährungsfinanzierung in Schweizer Franken (CHF)
Anstatt in der heimischen Währung EURO nimmt man hier ein Darlehen in Schweizer Franken auf. D.h. zunächst einmal bekommt man von seiner Bank Schweizer Franken zur Verfügung gestellt. Diese muss man dann in EURO tauschen, damit man seine Immobilie in Deutschland bezahlen kann. Die monatlichen Raten verhalten sich wiederum anders. Einen Betrag in EURO tausche man in Schweizer Franken und bezahle damit seine Darlehensrate.
Üblicher Weise sind Finanzierungen in der Schweiz variabel - d.h. es wird keine feste Zinsbindung vereinbart, sondern der Zinssatz ändert sich in einem fest gelegtem Rhythmus - beispielsweise alle 3 Monate. Als Refernz für den Zins wird meist der LIBOR vereinbart - der Refernzzins in der Schweiz. In Deutschland wäre dies beispielsweise der EURIBOR. Dabei handelt es sich um den Satz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen.
Damit die Bank auch etwas daran verdient, wird eine feste Marge von z.B. 1,5% zugeschlagen. Auf dem Papier erst mal eine schicke Sache, notiert doch der LIBOR gerade mal bei 0,36%. Das bedeutet, 0,36% zzgl. der Bankmarge von 1,5% ergibt einen Zinssatz von nur 1,86%. Wo aber liegt der Haken und warum warnen so viele Verbraucherschutzverbände von dieser Art Finanzierung. Darauf möchten wir kurz eingehen. Risiken bei Fremdwährungsfinanzierungen
Folgende Risiken treten bei dieser Art Fremdwährungsfinanzierungen auf: Währungsrisiko: Das Verhältnis EURO zu Schweizer Franken ist nicht stabil. Es handelt sich um Wechselkurse, die ganz normalen Schwankungen unterliegen. In der Vergangenheit war es eine realtiv sichere Geschichte, denn in der Kursentwicklung lag nicht viel Dynamik. Innerhalb der letzten Monate und 1,5 Jahre ist jedoch auch in diese Beziehung "Bewegung" gekommen.
Beispiel: würde man heute 100.000 CHF aufnehmen erhielte man ca. 65.000 €. Hätte man im August 100.000 CHF aufgenommen, hätte man nur ca. 60.000 € erhalten. Je nachdem ob man nun aufnimmt oder zurückzahlt kann dies für eine Partei gut oder schlecht sein. Der Käufer hätte also 5.000 EUR weniger zur Verfügung gehabt. Der Rückzahler müsste dagegen 5.000 € weniger zurückzahlen. Wie sich die Kurse letztlich entwickeln weiss niemand. Dennoch besteht ein Risiko, denn die Kursentwicklung kann sich auch sehr zum Nachteil eines Kreditnehmers entwickeln.
Möchte man ein solch hohes Risiko bei einer Immobilienfinanzierung tragen? Baufiplatz ist der Meinung, wer auf eine Währung spekulieren möchte, kann sich für ein paar Tausend EURO einen Optionsschein kaufen, aber in die Immobilienfinanzierung gehört Planungssicherheit und keine Spekulation. Bei falscher Kursentwicklung können schnell man 20.000 € und mehr "verzockt" sein. Zwar kann man sich gegen Schwankungen absichern, aber das kostet Geld und mindert den Zinsvorteil dramatisch ab. Zinsrisiko
Die variable Finanzierung birgt zudem das Risiko, dass sich Zinssätze im Laufe der Zeit erhöhen - z.B. alle 3 Monate. Wer heute noch 2% bezahlt könnte in 2 Jahren schon 4% bezahlen. Natürlich trifft das auch auf Finanzierungen im EURO nach, aber für CJF-Finanzierungen ist die reine varibale Gestaltung charakteristisch, denn nur wegen dem Unterschied in den Referenzzinssätzen lohnt sich das Konstrukt auf dem Papier.
Natürlich kann man jederzeit aus einem variablen Darlehen aussteigen, aber wenn man dann wechselt, sind die Zinsen gestiegen und man hat in den meisten Fällen ein schlechtes Geschäft gemacht.
Hier steckt also die nächste spekulative Komponente. Variable Finanzierungen können durchaus sinnvoll sein - sie sind derzeit aber auch in Deutschland attraktiv und bei Baufiplatz aktuell unter 2% zu haben. Diese sollten aber in ein tragfähiges Konzept eingebunden sein und nicht die alleinige Säule einer Finanzierung darstellen. Tilgungsaussetzung
Zuletzt werden CHF-Finanzierungen meist in Verbindung mit einer Tilgungsaussetzung angeboten. Zu diesem Thema haben wir neulich schon informiert. Hier entsteht das dritte Risiko, das Rückzahlungsrisiko. Im Idealfall würde die Restschuld durch einen Währungseffekt sinken und der Rückzahlungsbetrag wäre leicht durch das Tilgungsersatzmittel gedeckt. Wenn es aber umgekehrt verläuft, reicht das Tilgungsersatzmittel nicht mehr aus, um die Restschuld zu decken. Im Gegenteil, höhere Restschuld wegen schlechter Kursentwicklung und fehlende Rendite im Tilgungsersatzmittel können schnell zum Desaster führen. Fazit:
Fremdwährungsfinanzierungen bergen hohe Risiken: Währungsrisiko, Zinsrisiko und Tilgungsrisiko. Bei einer Baufinanzierung sollte man sich genau überlegen, ob all diese Risiken eingegangen werden sollten. Für den großteil der Häuslebauer sind die Risiken nicht zu kalkulieren und einzuschätzen. Die wenigsten Banker und Vermittler können dies - auch wenn es häufig behauptet wird.
Die Zinsen werden nicht ewig niedrig bleiben, die Währungsschwankungen haben zugenommen in Zeiten der Finanzkrise und Tilgungsersatzmittel leiden ebenfalls unter den schwierigen Marktbedingungen.
Die Baufinanzierung sollte auf gesunde Füsse gestellt werden, solide geplant und von den Risiken überschaubar bleiben. Vor Fremdwährungsfinanzierungen können wir daher nur warnen und abraten. Chance und Risiko stehen hier in keinem Verhältnis. Bei Interesse an einer solide geplanten Finanzierung (u.U. auch mit Berücksichtung variabler Darlehen) empfehlen wir, auf www.baufiplatz.de eine Anfrage zu stellen und die Experten bei Baufiplatz zu Rate zu ziehen. |